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Schwerlasttransport richtig planen und durchführen: Herausforderung mit Hindernissen

Frachtgüter im drei- bis vierstelligen Tonnenbereich lassen sich nicht ohne Weiteres mit einem LKW durchführen. Großraum- und Schwertransporte bedürfen eine sorgfältigen Planung und Vorbereitung, wobei spezielle Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Schwerlasttransport richtig planen und durchführen: Herausforderung mit Hindernissen
@ roemi62 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Wenn Ladungen die zulässigen Abmessungen und Gewichte überschreiten, können sie nicht ohne Weiteres mit einem LKW zu ihrem Zielort transportiert werden. Solche lademaßüberschreitenden Transporte werden als Großraum- und Schwerlasttransporte (GST) eingestuft, die nicht nur streng geregelt und sorgfältig vorbereitet und geplant werden müssen, sondern für die auch spezielle Fahrzeuge zum Einsatz kommen, um besonders schwere Güter, wie Brückenträger, Generatoren, Gondeln von Windkraftanlagen, Turbinen oder riesige Baumaschinen zu befördern.

Was ist ein Schwerlasttransport?

In der Regel wird zwischen Großraum-Transporten, Schwertransporten, Groß- und Schwertransporten sowie Langtransporten unterschieden. LKWs dürfen in Deutschland inklusive ihrer Ladung nicht breiter als 2,55 Meter, höher als 4 Meter, länger als 12 Meter oder 16,50 Meter (Sattelzug) bzw. 18,75 Meter (LKW-Zug) sein und nur maximal 36 bis 40 Tonnen auf die Waage bringen. Überschreiten Transportfahrzeug und -ladung die genannten Richtwerte, sind gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) bzw. Straßenverkehrsnutzungsordnung (StVZO) besondere Genehmigungen und Zulassungen einzuholen. Beim Überschreiten der Fahrzeugabmessungen und -gewichte ist laut §70 StVZO eine Ausnahmegenehmigung bzw. bei Überschreiten der Ladungsabmessungen zusätzlich eine Genehmigung laut §46 StvO erforderlich. Darüber hinaus hat das Transportunternehmen vorab einen Erlaubnisbescheid gemäß §29 Abs. 3 StvO einzuholen.

Diese speziellen Fahrzeuge transportieren Lasten bis zu 15.000 Tonnen

Das Einholen der erforderlichen Genehmigungen ist jedoch nur ein Schritt, um den Schwertransport sorgfältig vorzubereiten. Einer der wichtigsten Aspekte ist die Wahl der richtigen Fahrzeuge und Transporthilfsmittel. Neben Kessel- oder Seitenträgerbrücken, die mit der Fracht zwischen zwei Trägern abgestützt werden, kommen unter anderen Tiefbettauflieger zum Einsatz, die Nutzlasten zwischen 48 und über 100 Tonnen transportieren können, oder modulare Plattformwagen, die eine Achslast bis zu 45 Tonnen tragen. Ein sogenannter Self Propelled Modular Transporter, kurz SPMT-Transporter, kommt zum Einsatz, wenn Gewichte weit über 1000 Tonnen von A nach B befördert werden müssen. Diese selbst angetriebenen Schwertransportfahrzeuge verteilen ihre Nutzlast gleichmäßig über mehrere Achsen und werden mit einer Power Pack Unit (PPU) angetrieben. So ist es möglich mit den selbstangetriebenen Plattformen ganze Schiffe oder Plattformen mit Gewichten bis zu maximal 15.000 Tonnen zu bewegen.

Hindernisse vermeiden und Schwertransport sorgfältig planen

Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus die präzise Planung der Wegstrecke. Für jeden Abschnitt sind unter Umständen gesonderte Genehmigungen erforderlich, die der Fahrer des Schwertransports jederzeit zur Hand haben muss. Bevor sich der Schwerlasttransport auf den Weg macht, muss die Fahrtstrecke festgelegt und bis ins Detail überprüft werden. Durchfahrtshöhen von Brücken, Kurvenradien, Oberleitungen, Ampelanlagen sind schriftlich mit Fotos zu dokumentieren. Gegebenenfalls müssen Stromleitungen abgestellt, Verkehrsschilder demontiert, Bäume entästet oder gefällt werden, wofür wiederum weitere Genehmigungen vom Ordnungsamt und anderen Behörden erforderlich sein können. Da Schwerlasttransporte eine hohe Belastung für die Infrastruktur darstellen und selten auf direktem Weg zu ihrem Zielort gelangen, ist es nicht ungewöhnlich, dass die Wegstrecke viele hunderte Kilometer lang ist.

Eine weitere Herausforderung neben dem Umfahren von Hindernissen ist die eingeschränkte Fahrtzeit: Die strenge Regelung in Deutschland gestattet die Durchführung von Großraum- und Schwertransporten nur zu verkehrsarmen Zeiten von Montag 9 Uhr bis Freitag 15 Uhr oder gegebenenfalls nachts zwischen 22 und 6 Uhr morgens, wenn Fahrzeug und Ladung eine Breite von 3,2 Metern überschreiten. Je nach Abmessungen und Gewichten des Transports sind zusätzlich Polizeibegleitung oder Begleitfahrzeuge (BF3) vorgeschrieben.

Der Artikel "Schwerlasttransport richtig planen und durchführen: Herausforderung mit Hindernissen" wurde in der Rubrik LOGISTIK | LAGER & TRANSPORT mit dem Keywords "" von "Redaktion" am 1. Juli 2021 veröffentlicht.

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