Güterverkehr

Fahren Güterzüge aufs Abstellgleis?

Die dramatisch steigenden Strompreise gefährden nach Ansicht der gemeinnützigen Allianz pro Schiene massiv die Wettbewerbsfähigkeit der Güterbahnen. Und zwar wegen ihrer wachsenden steuerlichen Belastung.


Die dramatisch steigenden Strompreise gefährden nach Ansicht der gemeinnützigen Allianz pro Schiene massiv die Wettbewerbsfähigkeit der Güterbahnen. Und zwar wegen ihrer wachsenden steuerlichen Belastung.

"Obwohl die Güterbahnen pro transportierter Tonne dreimal energieeffizienter und siebenmal klimaschonender sind als Diesel-Lkw, zahlen sie 47 Prozent höhere Energiesteuern, -umlagen und -entgelte. Das torpediert zusammen mit der Verdopplung der Strompreise innerhalb eines Jahres die von der Bundesregierung angestrebte Verlagerung von Lkw-Transporten auf die umweltfreundliche Güterbahn", warnte der Geschäftsführer des Verkehrsbündnisses, Dirk Flege.

Unterstützung bekommt die Aktion von Matthias Gastel, dem bahnpolitischen Sprecher der Grünen. "Steigende Preise für Bahnstrom belasten Bahnunternehmen und benachteiligen den Güterverkehr auf der Schiene im Vergleich zu dem auf der Straße", schrieb Gastel auf Twitter.

"Was gar nicht geht, ist eine Benachteiligung der Güterbahnen im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern", sagt Schienen-Lobbyist Flege mit Verweis auf Erhebungen seines Verbandes, nach denen elektrische Güterbahnen zur Zeit 8,33 Cent Steuern und Entgelte pro Kilowattstunde zahlen müssen, dieselbetriebene Lkw jedoch lediglich 5,65 Cent.

Flege: "Völlig inakzeptabel ist es, dass sich Deutschland den mit Abstand höchsten Bahnstromsteuersatz in der EU leistet und gleichzeitig Diesel-Kraftstoff steuerlich rabattiert." Die Bundesregierung müsse "den Bahnstromsteuersatz schnellstmöglich auf null senken, wie in anderen EU-Ländern längst üblich und die EEG-Umlage für den Bahnsektor noch in diesem Frühjahr abschaffen", so Flege weiter.

Der Artikel "Fahren Güterzüge aufs Abstellgleis?" wurde in der Rubrik NFZ & FUHRPARK mit dem Keywords "Güterverkehr, Schienenverkehr, Lkw, Steuern, Diesel" von "Rudolf Huber" am 1. Februar 2022 veröffentlicht.

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