Auto fit für den Winter

Der Winter kommt bestimmt. Auch wenn uns die Temperaturen mancherorts gerne weismachen wollen, dass Väterchen Frost noch lange nicht vor der Tür steht, sollte man den Reifenwechsel auf Winterreifen umgehend in Angriff nehmen. Doch ein winterfestes Auto bedeutet mehr als vier sichere Winterreifen.

Auto fit für den Winter
mid Groß-Gerau - Winterfest: Ist das Fahrzeug richtig bereift, mit einer tüchtigen Batterie ausgestattet und auch sonst gut für niedrige Temperaturen präpariert, kann Väterchen Frost kommen. byymee / pixabay.com


Der Winter kommt bestimmt. Auch wenn uns die Temperaturen mancherorts gerne weismachen wollen, dass Väterchen Frost noch lange nicht vor der Tür steht, sollte man den Reifenwechsel auf Winterreifen umgehend in Angriff nehmen. Doch ein winterfestes Auto bedeutet mehr als vier sichere Winterreifen.

Seit 2010 gilt die sogenannte situative Winterreifenpflicht in Deutschland. Das bedeutet: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf das Fahrzeug nur gefahren werden, wenn es mit geeigneten Reifen ausgerüstet ist. In welchem Zeitraum die Winterreifenpflicht gilt, ist hingegen nicht festgelegt. Die Hersteller empfehlen den Wechsel auf Winterreifen, wenn die Außentemperaturen auf unter sieben Grad Celsius sinken.

Winterreifen haben bei Schnee und Schneematsch einen deutlich kürzeren Bremsweg. Sie kennzeichnen sich durch ein gröberes Profil, welches nicht weniger als vier Millimeter Tiefe aufweisen sollte. Unter vier Millimeter sind die Winterreifen laut Experten des Versicherers ARAG nicht mehr wintertauglich. Reifen, die weniger als die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter aufweisen, dürfen nicht mehr gefahren und müssen ausgetauscht werden. Wer dagegen verstößt, muss mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Wer ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug fährt, sollte nach Auskunft der ARAG-Experten auf keinen Fall die Winterreifen selber wechseln, denn hier ist lebensgefährliche Hochspannung im Spiel. Der Reifenwechsel darf nur von einer qualifizierten Werkstatt durchgeführt werden, die eine sogenannte Hochvolt-Qualifizierung vorweisen kann. Dazu gehört nicht nur elektrotechnisch unterwiesenes Personal, sondern eine spezielle Ausstattung. Da nur rund 60 Prozent der Werkstätten den Hochvoltschein haben, muss man unter Umständen auf seine Lieblingswerkstatt verzichten.

Wer es bequem mag, lagert seine frisch gewechselten Reifen direkt in der Autowerkstatt oder beim Reifenhändler ein. Aber auch hier sollte man sich für den Fall von Diebstahl, Brand, Verlust, Beschädigung oder Verwechslung absichern. Nach Auskunft der ARAG-Experten ist zwar grundsätzlich der Reifenhändler oder die Werkstatt für die eingelagerten Gegenstände in der Obhutspflicht, doch Kunden haben lediglich einen Anspruch auf Erstattung des Zeitwertes.

Batterieversagen am ersten richtig kalten Tag des Jahres ist ein Klassiker. Ein langsam zündender Motor oder Aussetzer des Autoradios können Warnhinweise auf eine schwächelnde Batterie sein. Batterien, die zwischen fünf und sechs Jahre alt sind, sind aufgrund ihrer Lebensdauer stärker ausfallgefährdet. Wer seine Batterie selbst prüfen will, benötigt ein sogenanntes Multimeter. Mit diesem Messgerät kann man die Spannung der Batterie messen, indem man das rote Kabel an den Pluspol und das schwarze Kabel an den Minuspol hält. Der Test sollte am besten gemacht werden, wenn das Auto einige Stunden gestanden hat. Beträgt die Spannung zwischen 12,4 und 12,7 Volt, ist die Batterie in Ordnung. Liegt sie unter zwölf Volt, sollte eine Werkstatt aufgesucht und unter Umständen die Batterie ausgetauscht werden.

In der dunklen Jahreszeit ist es umso wichtiger, dass man sieht, wo man hinfährt. Deshalb in regelmäßigen Abständen vor der Fahrt überprüfen, ob Scheinwerfer, Rücklicht, Blinker und Nebelleuchten einwandfrei funktionieren. Eine defekte Beleuchtung ist nicht nur gefährlich, sie kann auch ein Bußgeld nach sich ziehen.

Die Kühlanlage eines Autos verfügt über eine Mischung aus Kühlmittel und Frostschutz, die beim richtigen Mischverhältnis sowohl gegen Hitze als auch gegen Kälte schützt. Im Handbuch des Fahrzeugs befinden sich alle Informationen dazu. Es empfiehlt sich, die Flüssigkeit in der Kühlanlage zu überprüfen, bevor die Temperaturen in den Negativbereich rutschen.

Der Artikel "Auto fit für den Winter" wurde in der Rubrik AKTUELLES mit dem Keywords "Winter, Autofahren, Wartung, Werkstatt, Reifen, Batterien, Sicherheit, Ratgeber" von "Lars Wallerang" am 16. November 2021 veröffentlicht.

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