Autofahren

Hupen statt Blenden: Tipps zum Wildwechsel

Wildtiere finden in der Herbstzeit auf den Feldern nicht mehr ausreichend Nahrung und überqueren auf der Suche nach anderen Nahrungsquellen Straßen. Die Gefahr von Wildunfällen ist also nicht nur wegen der Brunftzeit von Rotwild von Oktober bis Dezember zum Teil fast doppelt so hoch wie in anderen Monaten, wie die Unfallstatistik der deutschen Versicherungswirtschaft zeigt.

Hupen statt Blenden: Tipps zum Wildwechsel
mid Groß-Gerau - Bitte das Schild beachten: Ein Wildwechsel kann für Autofahrer gefährlich werden. Dekra


Wildtiere finden in der Herbstzeit auf den Feldern nicht mehr ausreichend Nahrung und überqueren auf der Suche nach anderen Nahrungsquellen Straßen. Die Gefahr von Wildunfällen ist also nicht nur wegen der Brunftzeit von Rotwild von Oktober bis Dezember zum Teil fast doppelt so hoch wie in anderen Monaten, wie die Unfallstatistik der deutschen Versicherungswirtschaft zeigt.

Wegen der erhöhten Unfallgefahr durch wechselndes Wild sollte man bei Fahrten durch Wald- und Wiesengebiete mit angepasster Geschwindigkeit fahren - vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung. Das gilt übrigens nicht nur an den Stellen, die mit dem Gefahrenzeichen "Achtung Wildwechsel" gekennzeichnet sind.

"Autofahrer können durch das eigene Fahrverhalten Wildunfällen vorbeugen. Das Verhalten der Tiere zu kennen ist ebenfalls sehr hilfreich", erläutert Thorsten Rechtien, Kfz-Experte beim TÜV Rheinland. Wer bei Nacht und Nebel übers Land fährt, sollte die Geschwindigkeit anpassen, zu vorausfahrenden Fahrzeugen gebührenden Abstand halten und bedenken, dass eine laubbedeckte, regennasse Fahrbahn den Bremsweg erheblich verlängern kann.

Droht eine Kollision mit Wild oder einem anderen Tier, sollte man auf waghalsige Ausweichmanöver verzichten. Der direkte Aufprall ist meist weniger gefährlich als ein Frontalzusammenstoß mit dem Gegenverkehr oder einem Baum. "Das Lenkrad gut festhalten, keine Lenkbewegungen machen und so gut es geht bremsen - das sollte die Grundreaktion bei einem plötzlichen Wildwechsel sein", erklärt Thorsten Rechtien.

Tauchen in größerer Entfernung auf der Fahrbahn oder am Straßenrand Tiere auf, sollte auf keinen Fall die Lichthupe betätigt werden. "Grelles Fernlicht erschreckt die Tiere und lässt sie förmlich erstarren" betont Thorsten Rechtien. Hupen bei gleichzeitigem Abbremsen ist also wesentlich wirkungsvoller. Da Wildschweine, Hirsche und Rehe meist in Gruppen unterwegs sind, sollte man immer mit nachfolgenden Tieren rechnen.

Bei einem Wildunfall muss als erstes die Unfallstelle durch Warnblinklicht und Warndreieck abgesichert werden, bevor die Polizei gerufen wird. Die informiert dann das zuständige Forstamt, das sich um das verletzte oder getötete Tier kümmert und den Unfall dokumentiert. Das Dokument ist wichtig, da viele Kaskoversicherungen nur dann den Schaden übernehmen, wenn das Forstamt den Wildunfall bescheinigt hat.

Die Einschätzung des Unfallschadens am Fahrzeug unterstützt der TÜV Rheinland mit einem neutralen Kfz-Sachverständigen. Wer die Kollision mit einem Tier nicht meldet, verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Im Falle einer Anzeige kann der Verstoß mit einer Geldstrafe bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Der Artikel "Hupen statt Blenden: Tipps zum Wildwechsel" wurde in der Rubrik AKTUELLES mit dem Keywords "Autofahren, Wildunfall, Ratgeber" von "Solveig Grewe" am 28. September 2021 veröffentlicht.

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