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ZF sieht sich für die Zukunft gut gerüstet

Mit dem anhaltenden Erfolg der E-Mobilität ist die Automobil-Industrie in eine neue Phase eingetreten. Ging es anfänglich hauptsächlich darum, überhaupt ein Elektrofahrzeug auf die Straße zu bringen, muss - wer wettbewerbsfähig bleiben will - nun möglichst schnell und parallel in allen Fahrzeugkategorien E-Mobile anbieten.

4ZF sieht sich für die Zukunft gut gerüstet
mid München - Für das Zeitalter der Elektromobilität gut aufgestellt: das Technologie-Unternehmen ZF. ZF


Mit dem anhaltenden Erfolg der E-Mobilität ist die Automobil-Industrie in eine neue Phase eingetreten. Ging es anfänglich hauptsächlich darum, überhaupt ein Elektrofahrzeug auf die Straße zu bringen, muss - wer wettbewerbsfähig bleiben will - nun möglichst schnell und parallel in allen Fahrzeugkategorien E-Mobile anbieten.

Die Zeit drängt. Bereits im März hatte beispielsweise Volkswagen verkündet, dass bis 2030 rund 70 Prozent seiner gesamten europäischen Fahrzeugverkäufe batteriebetrieben sein sollen. Auch die Analysten der Schweizer Großbank UBS sagen das baldige Ende des Verbrennungsmotors voraus. Sie prognostizieren, dass weltweit schon 2025 zirka 20 Prozent aller Neuwagen elektrisch angetrieben sein werden, 2030 seien es bereits 50 und 2040 nahezu 100 Prozent.

Kein Wunder also, dass bis 2025 global über 200 neue E-Fahrzeuge vom Kleinwagen bis hin zum Full-Size-Truck auf den Markt kommen sollen. Im zunehmenden, dazu äußerst dynamischen Wettbewerb werden vor allem drei Faktoren über Erfolg oder Misserfolg der neuen Modelle entscheiden: Die Effizienz des Antriebs, die Fähigkeit schnell auf neue Markt-Trends reagieren zu können und - natürlich - die Kosten. Um all diese Anforderungen unter einen Hut zu bringen, setzen immer mehr Hersteller, freilich ohne dies aktiv zu thematisieren, auf skalierbare, modulare E-Antriebs-Komplettlösungen der Zulieferindustrie. Für sie wird das Geschäft mit elektrischen Achsantrieben immer mehr zur Zukunftsfrage.

ZF sieht sich mit seinem auf der IAA präsentierten modularen eDrive Kit in diesem Umfeld als besonders gut aufgestellt. Sämtliche neuen E-Antriebe böten deutliche Verbesserungen bei Leistungsdichte, Gewicht und Wirkungsgrad. Optimierte Getriebe sowie hocheffiziente Kühl- und Schmierkonzepte würden mechanische Verluste um bis zu 70 Prozent reduzieren. Dazu seien zahlreiche patentierte Innovationen bei der Leistungselektronik in den modularen Baukasten eingeflossen.

"Unter allen Kennzahlen unseres Modular eDrive Kits ist uns jedoch eine am wichtigsten: Die 50. Denn wir reduzieren die Entwicklungszeiten für neue E-Antriebe um bis zu 50 Prozent. Das erreichen wir durch die gemeinsame technische Basis und eine plattformübergreifende Entwicklung der Komponenten, durch Synergieeffekte und durch einen von Beginn an höheren Reifegrad", erklärt ZF-CEO Wolf-Henning Scheider.

Das Modular eDrive Kit lässt Herstellern großen Spielraum für Schwerpunkte in der Auslegung zwischen maximaler Performance und Effizienz und es kann vom Kompaktwagen bis zum Premiumsegment eingesetzt werden. Von 75 bis 400 kW Leistung und von 350 bis 540 Nm Drehmoment sind möglich. Der konsequente Baukasten-Ansatz sei deshalb die optimale Ergänzung zu den Plattform-Strategien aller Fahrzeug-Anbieter: vom etablierten Hersteller bis zum New Automotive Customer und den Tech-Unternehmen. Damit böte ZF jetzt genau die für die nächste Generation batterieelektrischer Fahrzeuge benötigte Basis.

Auch in einer anderen, nach großer Anfangseuphorie zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geratenen Zukunftstechnologie, dem autonomen Fahren, sieht sich ZF optimal gerüstet. Auch hier drängt die Zeit. Denn zwischen 2025 und 2030 sollen die selbstfahrenden Autos nun wohl Alltagsrealität werden, und so vor allem durch höhere Auslastung die Gesamtzahl der Fahrzeuge auf den Straßen signifikant reduzieren.

Als Grundlage dafür hat ZF daher einen Hochleistungsrechner, quasi das Gehirn und zentrale Nervensystem zukünftiger autonomer Fahrzeuge entwickelt - die ZF ProAI. Sie ist nach Hersteller-Ansicht der derzeit flexibelste und leistungsstärkste Supercomputer für die Automobilindustrie. In Kombination mit einem hohen Anteil standardisierter Komponenten böte ZF mit dieser Lösung eine einzigartige Kombination aus den wichtigsten Faktoren für ein solches System.

Die ZF ProAI gibt es in skalierbaren Leistungsstufen von 20 bis zu 1.000 TeraOPS. Im Vergleich zur Vorgängerversion wurde die Leistung um bis zu 66 Prozent gesteigert, der Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent gesenkt. Daraus ergibt sich eine Energieeffizienz von drei TeraOPS pro Watt. Gleichzeitig stehen alle Varianten nun auf einer einheitlichen Plattform von nur 24 x 14 x 5 cm Größe. Damit nehmen sie weniger Grundfläche ein als ein iPad. Die ZF ProAI sei für jeden Fahrzeugtyp und für alle Stufen des automatisierten oder autonomen Fahrens geeignet: von Level zwei bis Level fünf.

"ZF hat bereits vor Jahren seinen strategischen Fokus konsequent auf Technologien für die Mobilität der nächsten Generation gelegt. Das zahlt sich jetzt aus: Wir zeigen auf der IAA keine Zukunftsideen, sondern serienreife Lösungen, die unsere Kunden bestellen können und die in Kürze auf der Straße die Mobilität der Menschen prägen werden", sagt Wolf-Henning Scheider. "Nach unserer Einschätzung wird sich autonomes Fahren nach Level vier oder fünf zuerst im Nutzfahrzeugsegment und im städtischen Personentransport durchsetzen. Hier sind wir unter anderem im Markt für autonome Shuttle-Systeme aktiv."

Christoph Reifenrath / mid

Der Artikel "ZF sieht sich für die Zukunft gut gerüstet" wurde in der Rubrik AKTUELLES mit dem Keywords "Automobil, Zulieferer, Autonomes Fahren, IAA, Forschung, Technik" von "Christoph Reifenrath" am 9. September 2021 veröffentlicht.

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