Historie

Die mid-Zeitreise: Mercedes-Benz Vito: Mit Vorderradantrieb in die 1.000-Kilo-Klasse

Am 23. Oktober 1995 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 40. Jahrgang über den Mercedes-Benz Vito.

Die mid-Zeitreise: Mercedes-Benz Vito: Mit Vorderradantrieb in die 1.000-Kilo-Klasse
mid Groß-Gerau - Mit dem im spanischen Werk Vitoria produzierten "Vito" setzt Mercedes-Benz die im Frühjahr 1995 mit dem "Sprinter" begonnene Erneuerung seines Nutzfahrzeugprogramms fort. Archiv Motor-Informations-Dienst (mid)


Am 23. Oktober 1995 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 40. Jahrgang über den Mercedes-Benz Vito.

Mit dem im spanischen Werk Vitoria produzierten "Vito" setzt Mercedes-Benz die im Frühjahr mit dem "Sprinter" begonnene Erneuerung seines Nutzfahrzeugprogramms fort. Der Vito betritt für Mercedes dabei in mancher Hinsicht allerdings völliges Neuland. Erstmals ist das Unternehmen mit ihm in der 1.000-Kilo-Nutzlastklasse vertreten und erstmals hat man sich auch für einen Vorderradantrieb entschieden. Der Vito wird als mehrsitziger Kombi mit Fenstern oder als geschlossener Kastenwagen angeboten. Zum Antrieb stehen drei Motoren zur Verfügung, zwei Diesel und ein Benziner. Im Herbst nächsten Jahres kommt zudem das Schwestermodell "Viano" auf den Markt, das Mercedes erstmals in das aufstrebende Segment der Großraumlimousinen führen wird.

Mit seiner Länge von 4,66 und der Höhe von 1,89 Metern stellt sich der Vito als sehr kompakt vor. Sein Ladevolumen von 4,9 Kubikmetern und seine 3,6 Quadratmeter Ladefläche sind dabei trotzdem recht stattlich. Die Nutzlast beträgt 1.000 Kilogramm beim Kastenwagen und 780 Kilogramm beim Kombi. Die Preise für die neue Transporterreihe stehen noch nicht endgültig fest. Mercedes will sich aber an denen des größten Konkurrenten und erfolgreichsten Anbieters in diesem Segment, der Volkswagen AG und dessen T4 orientieren. Für ein ähnlich motorisiertes und ausgestattetes Modell wird Mercedes dem Vernehmen nach lediglich rund 300 DM mehr Geld verlangen. Die T4-Preisliste beginnt derzeit bei 30.855 DM für den Kastenwagen und endet bei 50.765 DM zuzüglich 15 Prozent Mehrwertsteuer für den Multi-Van.

Schon die Namensgebung des neuen Transporters verrät einiges von seiner Linienführung. Kühlergrill und vordere Leuchteneinheiten lassen ihn von vornherein als echten Mercedes erscheinen. Von hinten wirkt der Vito trotz seiner "freundlichen" Linienführung kräftig und wohl proportioniert. Der Vito ist als Dreitürer mit einer großen hinteren Heckklappe konzipiert. Auf der rechten Seite ist zudem serienmäßig eine Schiebetür vorhanden. Der Kastenwagen bietet zwei oder auf Wunsch auch drei Personen Platz, der Kombi ist variabel und kann auf bis zu neun Sitzplätze aufgerüstet werden.

Alle drei angebotenen Motoren passen hervorragend zum komfortabel abgestimmten Fahrwerk. Der Benziner in Vierventiltechnik leistet 95 kW/130 PS aus zwei Litern Hubraum und treibt den Vito 113 zu Pkw-ähnlichen Fahrleistungen. Basismotor ist allerdings der 2,3-Liter-Saugdiesel mit 58 kW/79 PS, der im Vito 108 D ein erstaunliches Maß an Fahrspaß vermittelt. "Sahnestück" der Motorenreihe ist zweifellos das Turbodiesel-Aggregat mit gleichem Hubraum, aber mit 72 kW/98 PS Leistung. Im Vito 110 D sorgt es für ausgewogene Fahrleistungen und viel Kraft auch im mittleren Drehzahlbereich. Seine 230 Newtonmeter Drehmoment liegen zwischen 1.600 und 2.400 U/min an. Für den Turbodiesel und den Benziner steht auch ein gut abgestimmtes Viergang-Automatikgetriebe zur Wahl. In Serie verfügt der neue Mercedes-Transporter über Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Auch die mittig etwas zu unpräzise Servolenkung ist in allen Modellen an Bord.

In Deutschland gehören auch ein ABS und das automatische Bremsdifferenzial ABD von vornherein dazu. Letzteres erleichtert das Anfahren auf Fahrbahnen mit unterschiedlichen Reibwerten links und rechts. Das durchdrehende Rad wird automatisch entsprechend abgebremst. Über die Ausrüstung des Vito mit einem serienmäßigen Fahrerairbag ist noch nicht entschieden.

Ab März 1996 wird der Vito bei den deutschen Mercedes-Benz-Händlern stehen. Insgesamt sollen im spanischen Werk Vitoria rund 55.000 Einheiten - 30.000 Kasten- und 25.000 Kombi produziert werden. Auch für den Wohnmobil-Markt können Chassis zur Verfügung gestellt werden. Im Herbst folgt dann die auf der gleichen Plattform aufbauende Großraumlimousine Viano. Sie erhält allerdings eine Luftfederung sowie eine andere Ausstattung. Zweifellos ist Mercedes-Benz mit dem Vito ein guter Wurf gelungen.

Der Artikel "Die mid-Zeitreise: Mercedes-Benz Vito: Mit Vorderradantrieb in die 1.000-Kilo-Klasse" wurde in der Rubrik NFZ & FUHRPARK mit dem Keywords "Historie, Automobil, Kastenwagen, Nutzfahrzeuge, Lkw" von "Motor-Informations- Dienst (mid)" am 15. Juli 2021 veröffentlicht.

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