Warum Außenspiegel an Transportern häufiger beschädigt werden
Transporter und Nutzfahrzeuge sind im täglichen Einsatz besonderen Belastungen ausgesetzt. Dabei gehören beschädigte
Elektro-Prämie, Lade-Infrastruktur, Energiekosten: Der Elektromotor hat es schwer in Deutschland. Dabei sind Argumente wie hohe Kosten und mangelnde Reichweite nach dem jüngsten Entwicklungsschub kaum mehr zu halten. Und auch die Infrastruktur öffentlich zugänglicher Ladestationen verbessert sich zusehends.
Elektro-Prämie, Lade-Infrastruktur, Energiekosten: Der Elektromotor hat es schwer in Deutschland. Dabei sind Argumente wie hohe Kosten und mangelnde Reichweite nach dem jüngsten Entwicklungsschub kaum mehr zu halten. Auch die Infrastruktur öffentlich zugänglicher Ladestationen verbessert sich zusehends. Woran also liegt es, dass Elektromobilität bei uns solche Startschwierigkeiten hat?
Voran: Die Förderprämie ist zu niedrig. 2.000 Euro gibt es in Deutschland vom Staat, 2.000 Euro plus Mehrwertsteuer vom Hersteller dazu. Zum Vergleich: In Frankreich bekommen Elektrowagen-Kunden 7.000 Euro (für ein E-Mobil aus heimischer Produktion), in den Niederlanden 10.000 und in Norwegen ebenso viel Geld. Aber das ist nicht der alleinige Grund. Der liegt tief verwurzelt in der Seele der hiesigen Autofahrer und Hersteller. Die Deutschen sind Erfinder des Verbrennungsmotors. In unserem Land erfand Nicolaus August Otto 1877 die nach ihm benannte Maschine, Rudolf Diesel ein paar Jahre darauf den Selbstzünder. Darauf sind wir stolz und haben über mehr als ein Jahrhundert daran gearbeitet, beide Brennverfahren zu optimieren.
Was gelungen ist. Ältere Menschen mögen sich noch an die 1960er Jahre erinnern, in denen ein Käfer von einem 34 PS starken Boxermotor mehr schlecht als recht, wenngleich immer zuverlässig angetrieben wurde. Oder an einen Mercedes 180 D, mit dessem schlaffen 40-Diesel-PS die Fahrt über die damals noch nicht untertunnelten Alpen ein wahres Abenteuer war. Heute rauschen Kleinwagen mit 120 PS durch den Gotthard, cruisen bärenstarke Mittelklasse-Limousinen mit hochpotenten Dieselmotoren bei Viertelgas durch den Tauerntunnel.
"Geht nicht, gibt's nicht" war das Motto der Antriebsentwickler. Allenfalls die immensen Kosten stoppten manchen Höhenflug der Ingenieurskunst. Stickoxide, Feinstaub und Kohlendioxid-Emissionen können sie alle auf die gesetzlichen Werte senken. Das allerdings ist teuer, worin manche Finanz- und Marketing-Strategen entscheidende Wettbewerbs-Nachteile entdeckten. Und allein der Kostendruck ist Grund für die Entwicklung einer Schummel-Software, die nicht das Abgasverhalten verbessert, sondern die Messeinrichtungen hinters Licht führt.
Der Elektromotor kennt all diese Probleme nicht. Er ist verlangt nur nach Energie, um seine Arbeit zu versehen, die er naturgemäß emissionslos, aber eben auch emotionslos erledigt. Gänsehaut bekommt keiner, wenn er das Pfeifen und Surren einer E-Maschine unter Leistungsdruck hört. Wenn Auto-Enthusiasten dagegen einem V8 die Sporen geben, erreichen manche von ihnen den Gipfel der Glückseligkeit.
Einzig Tesla hat es geschafft, mit der überbordenden Leistung seiner elektrischen Antriebe eine erhebliche Zahl von Autofahrern zu begeistern. Das Model S hat eine Taste für maximale Beschleunigung - "Wahnsinn" steht tatsächlich darauf, eine etwas unglückliche Übersetzung des englischen Begriffs "insane". Aber: viermal im Wahnsinnsmodus in drei Sekunden von 0 auf 200 beschleunigt, sinkt die Reichweite des Stromers von rund 480 Kilometer auf weniger als die Hälfte. Das ist eben Physik.
Das Verbot der Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren, wie es die Grünen aus Gründen des Klimaschutzes fordern, ist für die deutschen Autobauer jedoch ein wirtschaftliches Debakel. Denn alles, was auf ihrer Ingenieurskunst fußt - Getriebe, Abgasanlagen, hochkomplexe Brennverfahren mit siebenfacher Kraftstoff-Einspritzung unter ultrahohem Druck - all das interessiert einen Elektromotor nicht. Er hat zudem einen geringen Verschleiß und ist anspruchslos in der Wartung, die Wertschöpfung demnach gering. Und einen eigenen Charakter, mit dem Verbrennungsmotoren aufgrund ihrer technischen Vielfalt aufwarten können, hat er nicht zu bieten. Ob Kleinstwagen oder Luxus-Limousine, vor dem elektrischen Gesetz sind sie alle gleich.
Nicht ohne Grund kaprizieren sich die Hersteller daher auf ein neues Geschäftsfeld, das autonome Fahren. Diese Art der Fortbewegung ist unabhängig von der Antriebsform und baut auf umfassende Elektrifizierung der Fahrzeuge auf, ist also ebenfalls eine sehr emotionsfreie Mobilität, die gut zum Elektromotor passt. Wenn schon mit ausgefuchsten Turbosystemen und komplexen Nockenwellenverstellungen kein Geld mehr zu verdienen ist, dann muss eben ein neues Entwicklungsfeld für Umsatz sorgen. Auch Dienstleistungen wie Carsharing und Informationsdienste, die alle weniger mit Autofahren als Mobilität zu tun haben, befinden sich im Aufwind.
Sicher ist, dass sich die Auto-Welt ändert. Und auch, dass wir uns in nur wenigen Jahrzehnten von unseren Enkeln fragen lassen müssen: "Opa, seid ihr damals mit euren stinkenden Autos einfach so herumgefahren?" Der Vorsprung durch Technik wird dann nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, von der Freude am Fahren ganz zu schweigen. Aber wir werden antworten: "Ja, und es war wunderschön."
Michael Kirchberger
Der Artikel "mid-Kommentar: Warum das Elektroauto in Deutschland floppt" wurde in der Rubrik AKTUELLES mit dem Keywords "Kommentar, Elektroauto, Elektromobilität, Entwicklung" von "Michael Kirchberger" am 18. November 2016 veröffentlicht.
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