Sonderfahrzeuge

Mit dem Bus ins Krisengebiet

Egal, ob Aleppo oder Mosul: 'Tagesschau' und 'Heute-Journal' führen uns das Elend der Menschen in den Krisengebieten Tag für Tag drastisch vor Augen. Ein spezieller Bus soll die effiziente medizinische Versorgung in Flüchtlingslagern, Kriegs- und Krisengebieten jetzt ein wenig erleichtern.


Egal, ob Aleppo oder Mosul: "Tagesschau" und "Heute-Journal" führen uns das Elend der Menschen in den Krisengebieten Tag für Tag drastisch vor Augen. Das Leid ein wenig lindern könnte ein spezieller Bus. Denn Student Johannes Schmutzler hat im Rahmen seiner Diplomarbeit das "flexible humanitäre Fahrzeugkonzept, kurz "flexHVC" genannt, entwickelt. Dabei handelt es sich um einen geländegängigen Bus, der für den Transport von Kranken oder Verwundeten ebenso eingesetzt werden kann wie als mobiles Versorgungs- und Operationszentrum in Krisengebieten. Unterstützt wurde er von den Busexperten von MAN Truck & Bus.

Das flexHVC besteht aus drei Bereichen: Im vorderen Bereich befinden sich eine Wohneinheit für bis zu vier Personen und das Fahrerhaus. Damit die Besatzung auch in Kriegsgebieten bestmöglich geschützt ist, hat das Fahrzeug einen gepanzerten Boden und ein geschütztes Cockpit. Die große Tür im mittleren Bereich ermöglicht es den Mitarbeitern von Rettungs- und Hilfsorganisationen, schnell und komfortabel ein- und auszusteigen. Sie ist auch optisch so entworfen, dass sie und die Funktion auch in anderen Kulturkreisen ohne schriftliche Hinweise sofort erkenntlich wird. Der hintere Teil bildet das hochspezialisierte Kernstück des Busses. Es beinhaltet ein Schienensystem, mit dessen Hilfe vom Heck aus bei der vierachsigen Version zwei sogenannte "Module" ins Fahrzeug geschoben werden können.

Eine Modul-Variante kann mit bis zu sechs Betten bestückt werden. Wird ein Fahrzeug für die Beförderung von Kranken oder Verwundeten benötigt, lassen sich somit insgesamt zwölf Betten integrieren. Alternativ gibt es Module, die ein komplettes Operationszentrum beinhalten oder einer Arztpraxis gleich eine medizinische Grundausstattung an Bord haben.

In dem Fahrzeug könnten Ärzte damit sogar allgemeinmedizinische, unfallchirurgische und radiologische Untersuchungen und Operationen durchführen. Gleichzeitig ist das Team mobil und nicht an einen Standort gebunden. "Mit dem flexHVC ließen sich die unterschiedlichsten Einsätze im zivilen, aber auch im militärischen Bereich meistern. Das unkonventionelle Konzept eröffnet ganz neue Sichtweisen auf Mobilität und wachsende globale Herausforderungen und weist in die Zukunft", erklärt MAN-Designer Stephan Schönherr. Auch über den Transport der Busse in die Krisenregionen hat sich Student Johannes Schmutzler Gedanken gemacht. Er wählte daher die Abmessungen der Module so, dass sie in ISO-Containern verschifft werden können.

Und noch etwas: "Busse wecken keine negativen Emotionen und werden in der Regel nicht als bedrohlich empfunden wie viele andere Fahrzeugarten. Das ist ein wesentlicher Vorteil", sagt Stephan Schönherr. Der Bus dürfte immer auch Achse sein, denn an Einsatzgebieten wird es mit Sicherheit nicht mangeln.

Der Artikel "Mit dem Bus ins Krisengebiet" wurde in der Rubrik AKTUELLES mit dem Keywords "Bus, Sonderfahrzeuge" von "Ralf Loweg" am 16. November 2016 veröffentlicht.

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