Camping 2021 - Living with a Box (Teil 3 und Schluss)

Sie sind so etwas wie Ikea auf Rädern. Es gibt Schränke, Küche, Schlafzimmer und jede Menge Accessoires. Alles lässt sich wie ein Baukasten nahezu beliebig kombinieren. Am Ende passt doch alles wie durch ein Wunder in den Laderaum eines Van oder Transporter. Die Rede ist von modularen Campingboxen, einem der großen Trends der Szene. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich auf dem Markt umgesehen.

6Camping 2021 - Living with a Box (Teil 3 und Schluss)
mid Groß-Gerau - Das PlugVan-Modul wird mittels ausfahrbarer Rollen-Beine in den Laderaum des Transporters geschoben und anschließend an den vorhandenen Zurrpunkten am Boden fixiert. PlugVan


Sie sind so etwas wie Ikea auf Rädern. Es gibt Schränke, Küche, Schlafzimmer und jede Menge Accessoires. Alles lässt sich wie ein Baukasten nahezu beliebig kombinieren. Ein wenig handwerkliches Geschick schadet nicht und es wird manchmal ein bisschen teurer als zunächst gedacht. Weitere Parallele: Am Ende passt doch alles wie durch ein Wunder in den Laderaum eines Van oder Transporter. Die Rede ist von modularen Campingboxen, einem der großen Trends der Szene. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich auf dem Markt umgesehen.

Mittlerweile tummeln sich allein in Deutschland über 40 und in Europa über 100 Anbieter auf dem Markt. Die kleine Auswahl stellt keine Bewertung dar, sondern sie soll nur das Spektrum der Möglichkeiten aufzeigen:

BiberBox und Buildify - Preiswerte Einstiegslösungen

Los geht es mit zwei preiswerten Einstiegslösungen zum Selbermachen, die lediglich eine Basisbox und - vorausgesetzt die Fahrzeuglänge reicht aus - auch eine Schlafgelegenheit im Fahrzeug bieten. Die BiberBox ma oder me (1.299 beziehungsweise 899 Euro) eignet sich für viele Hochdachkombis oder Kleinbusse. Für den Aufbau per Stecksystem werden keinerlei Werkzeuge benötigt. Das Bett bietet eine Fläche von 1,20 x 2 Meter, was für zwei Personen kuschelig, aber machbar ist. Zusätzlich gibt es Stauraum für Campinggaskocher, Kochgeschirr und weiteres Zubehör.

Vorteile: Wird die Box nach dem Campingtrip nicht mehr benötigt, lässt sie sich immer wieder platzsparend zusammenlegen, sodass sie zu Hause sogar unter dem Bett Platz findet. BiberBox stellt zudem eine kostenlose Anleitung für den Nachbau auf seiner Website zur Verfügung. Eine sehr preiswerte Lösung ist auch das Heck-Bett Bob (480 Euro) mit passender Schublade Robert (249 Euro) von Buildify (Hornbach). Beides passt zum Beispiel in den VW Caddy Maxi oder in die Mercedes V-Klasse. Ausgezogen bietet das Bett eine maximale Liegefläche von 1,80 x 1,10 Meter, zusammengeschoben misst das Modul (L/B/H 1/1,1/0,32) - ohne Auflage - Meter. Die maximale statische Belastung liegt bei zirka 250 kg. Das Heckbett kann in vielen verschiedenen Konfigurationen verwendet werden - als Aufbewahrungsbox, als nach vorne oder nach hinten gerichtetem Sitz in voller Breite, als Bett in voller Länge oder Chaiselounge mit Rückenlehne zum Faulenzen. Die aus langlebiger, 15 mm Birke Multiplex hergestellten Elemente müssen selbst zusammengebaut werden, benötigt wird dazu nur ein Gummihammer und ein Schraubendreher. Die Schönheit der Holzmaserung kommt durch einen optionalen Anstrich zur Geltung.

Ello Camping - Vielfalt ist Programm

Maßgeschneiderte Camping-Boxen für eine sehr große Anzahl unterschiedlicher Vans, Kombis, Hochdachkombis, SUV und Geländewagen bietet Ello Camping aus Wesel. Ob VW Transporter, Mercedes G, BMW X5, Audi Q7, Skoda Yeti oder Land Rover Devender - hier wird - bei über 400 angebotenen, individuellen Einbausätzen - wirklich fast jeder fündig. Basis ist jeweils eine kompakte Trägerbox halber oder ganzer Fahrzeugbreite, deren Boden mit Hilfe von Schwerlastauszügen bei geöffneter Heckklappe nach dem Schubladenprinzip herausgezogen werden kann. Auf dieser Bodenplatte sind die jeweils georderten Module montiert. Danach geht es nach Funktionen: Das Paket cooling, cook, water & sleep für 3.999 Euro (zum Beispiel für den VW Caddy Maxi) bis 4.999 Euro (zum Beispiel für den Opel Zafira Life), umfasst eine Campingbox ganzer Breite mit Kochmodul und zwei Schubkästen, das Wasser Modul mit Spülbecken Frisch- und Abwassertank, das Bett-System sowie Stauraum für die Unterbringung einer Kühlbox. Kocher, Matratze und Kühler kosten noch einmal extra, so dass am Ende etwa 5.000 bis 6.000 Euro für ein komplettes "Wohnmobil" fällig werden.

Wer längerfristig autark sein will, wählt dann noch das Elektro-Modul mit integriertem Batteriecomputer, Wechsel- und Solarladeregler, 12V/90 Amperestunden Batterie sowie vier USB und drei 12V-Buchsen für 2.739 Euro. Die Nutzung des Bettmoduls setzt naturgemäß eine gewisse Innenraumlänge und -höhe voraus, für (zu) kleine Fahrzeuge bleibt immerhin die Wahl eines kompletten Küchen- oder Staublocks im Heck und zum Beispiel die Verwendung eines Dachzeltes. Einziger Nachteil des umfassenden Angebots: Ohne persönliche Beratung geht hier - ganz wie bei Ikea - eigentlich kaum etwas.

PlugVan - Flexibler Wohncontainer für Selbstständige

Die PlugVan-Module sind für Transporter und Kastenwagen der 3,5-Tonnen-Klasse wie den VW Crafter, Mercedes Sprinter, Ford Transit oder den Iveco Daily konzipiert. Unterschied zu den bisher vorgestellten Produkten: Der komplette Block (L/B/H: 2,09/1,28/1,7 Meter) hat ähnlich wie ein Container eine aus Stahl gefertigte selbsttragende Struktur. Das Ganze wird mittels ausfahrbarer Rollen-Beine (Höhe mit Stützen: 2,10 Meter) in den Innenraum des Transporters geschoben und anschließend an den vorhandenen Zurrpunkten am Laderaumboden fixiert. Weil bei dieser Methode naturgemäß Hecktür und Radkästen die mögliche Größe begrenzen, werden, um mehr Wohnraum zu schaffen, anschließend die Seitenteile ausgefahren (Innenbreite dann maximal 1,88 Meter), sowie das optionale "Hubdach" ausgestellt. So lässt sich, begrenzt selbstverständlich durch die Innenhöhe des Transporters, eine maximale Stehhöhe von 1,98 Meter erreichen.

Neben viel Stauraum gibt es in der Basis-Version nur zwei Bänke mit bis zu vier Sitzplätzen. Daraus lässt sich ein zwei Meter langes Bett bauen, die Breite kann, je nach Fahrzeug, bis zu 1,75 Meter erreichen. Optional gibt es eine Spüle mit Frisch- und Abwassertank, Kompressor-Kühlboxen mit bis zu 35 Litern Fassungsvermögen, Stromversorgung, Regale, Tisch und Gaskartuschen-Kocher. Die Besonderheit der von PlugVan gebauten Module: Die Hecktüren des Kastenwagens können - zumindest bei gutem Wetter und sicherem Stellplatz - offenbleiben, die Box hat eine eigene Hecktür mit integriertem Panoramafenster. Und: Je nach Laderaumlänge des verwendeten Transporters bleibt in Fahrtrichtung vor dem Modul, dort wo die seitliche Schiebetür sitzt, ein mehr oder weniger üppiger, ebenfalls abgetrennter Laderaum erhalten. Für diesen Bereich soll es in Kürze alternativ auch einen separaten Bad-Block geben, der Dusche und WC umfasst.

Nachteil: Das Modul ist zu groß und zu schwer (450 bis 500 Kilogramm je nach Ausstattung) für Wohnung oder Keller. Es braucht, wenn es nicht im Gebrauch ist, mindestens einen möglichst überdachten, befestigten Stellplatz. Das Ganze ist also eher die perfekte Lösung für Selbstständige, der bereits einen Transporter besitzen, ohnehin über Lagerraum verfügen und am Wochenende schnell zwischen Job und Freizeit umswitchen wollen. Die PlugVan-Basis Version gibt es ab 13.900 Euro, die Life-Vollausstattung ab 18.900 Euro.

Ein Vergleich lohnt sich. Hier einige weitere Anbieter: Amdro Boot Jumps
, Autohimmelbett
, Calibox, Camp Champ
, Campal
Campwerk
, C-Tech Campingvan
, Dielectric
, Flexcamper
, Flip, Fluchtfahrzeug
, IQ-Campingbox
, Kauai Camper
, MaxxCamp, QUBIQ
, QUQUQ
, RC Camper
, Reimo, Schubwerke
, Vanable
, VanEssa
sowie WUK Wohnmobil Ultra Kompakt.

Christoph Reifenrath / mid

Der Artikel "Camping 2021 - Living with a Box (Teil 3 und Schluss)" wurde in der Rubrik AKTUELLES mit dem Keywords "Camping, Neuheit, Urlaub, Ratgeber, Vergleich, Automobil" von "Christoph Reifenrath" am 21. Mai 2021 veröffentlicht.

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