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Strategie Jaguar Land Rover: „Wir wollen noch weiter wachsen!“

Peter Modelhart, Geschäftsführer von Land Rover Jaguar Deutschland, gibt sich auf dem Genfer Autosalon 2016 zuversichtlich, die Erfolgsgeschichte der britischen Traditionsmarken fortzuschreiben. Aus extremem soll nachhaltiges Wachstum werden. Aktuell im Focus steht dabei nicht nur der brandneue, stärkste Jaguar namens F-Type SVR mit 575 PS und 322 km/h Spitze.

"Wir sind zuletzt sehr stark gewachsen. Aber eines ist klar: Wir wollen noch weiter wachsen." Derart zuversichtlich gibt sich Peter Modelhart. Seit 2009 lenkt der 1968 geborene Österreicher die Geschicke von Land Rover Jaguar Deutschland. Und ebenso lange ist er es gewohnt, immer höhere Wachstumsraten für die Marken Land Rover, Range Rover und Jaguar zu verkünden. Im mid-Interview auf dem Genfer Automobilsalon 2016 stellte der Automanager klar, dass die enormen Zuwächse der vergangenen Jahre einher gehen müssten mit vertrieblichen Maßnahmen: "Sie müssen in unserer Situation alle Aktivitäten synchronisieren, damit so ein Wachstum überhaupt stattfinden und nachhaltig bleiben kann. Vor allem geht es für uns darum, unsere Produktoffensive fortzusetzen und das Händlernetz laufend zu stärken und auszubauen."

Jaguar unterstütze laut Modelhart intensiv seine Händler, deren betriebliche Einheiten seit 2010 deutlich größer geworden seien. Bereits 20 Händler hätten auf eine neue Corporate Identity umgestellt, in den nächsten Wochen würden fünf weitere folgen. Modelhart: "Wir gehen hier auf eine stärkere Premium-Ausprägung." Denn die Händler müssten mit der Qualität der jahrelangen Produktoffensive mithalten.

Wie schon seit Jahren kommt der gelernte Handelswirt und ehemalige Ford-Manager auch momentan nicht umhin, enorme Erfolgsgeschichten in Umlauf zu bringen. Auf die Frage nach der jüngsten Geschäftsentwicklung sagt Peter Modelhart: "Wir haben 2015 unsere zuletzt zweistelligen Wachstumszahlen fortgesetzt. 26 Prozent waren es im vergangenen Jahr bei Land Rover inklusive Defender, 18 Prozent bei Jaguar. Und der Januar 2016 hat hier noch eins draufgesetzt: 86 Prozent Wachstum bei Jaguar und über 50 Prozent bei Land Rover. Im fünften Jahr in Folge konnten wir für beide Marken Wachstum im zweistelligen Bereich verzeichnen, das ist schon extrem außergewöhnlich."

Einer der Messe-Stars von Genf, das Sport-Coupé Jaguar F-Type SVR, stehe sowohl für die Fortführung der aktuellen Produktoffensive aller Marken, als auch speziell für den Kern der Marke Jaguar: "Das sind sportliche, dynamische Fahrzeuge, die begeistern, die verführen und nie langweilig sind." Diesen Marken-Kern verkörpere aber auch das im Herbst 2015 zur IAA in Frankfurt am Main präsentierte SUV F-Pace - dank Vollaluminium-Technik eines der leichtesten Crossover-Modelle auf dem Markt. "Dadurch können wir Performance und gleichzeitig Wirtschaftlichkeit verwirklichen," so Peter Modelhart weiter. Dies sei entscheidend auf dem Weg zur Erreichung von breiteren Zielgruppen als bisher, die man zunehmend mit einer günstigen "cost of ownership" überzeugen wolle.

Die einzige Drei-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung im Segment oder Full-Service-Leasing - all das habe Jaguar zuletzt unternommen, um sich unter den Premium-Marken noch stärker als bisher zu etablieren: "Unsere Botschaft heißt: Es ist nicht hochpreisig, einen Jaguar zu fahren. Ganz im Gegenteil - wir sind in diesem Punkt mehr und mehr wettbewerbsfähig." Außerdem sei die zunehmend hohe Spreizung zwischen den einzelnen Jaguar-Modellen eine wachsende Stärke der Marke. Um dies zu untermauern, nennt Modelhart die nahezu identischen Zahlen 3,7 und 3,8: Der Wert in Sekunden des neuen F-Type SVR für den Sprint von 0 auf 100 km/h, und fast identisch der Verbrauchswert der sparsamsten XE-Modellvariante: "Das zeigt schon, wie extrem vielseitig unsere Marke heute ist." Das gelte laut Peter Modelhart auch innerhalb der sparsamen, wirtschaftlichen und dennoch sportlichen Limousinen-Baureihen XE und XF mit Aluminium-Architektur: "Sie sind dynamisch, und dennoch steht bei ihnen die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund."

Bei den Allrad-Traditionsmarken Land Rover und Range Rover steht in Genf abermals ein sehr emotionales und nicht unbedingt markentypisches Modell im Vordergrund: Nach dem Kompakt-SUV Range Rover Evoque folgt nun sogar das Evoque Cabriolet. Laut Peter Modelhart bewiesen die Briten damit ihre Innovationskraft: "Auch hier zeigen wir, dass wir uns trauen, Neuland zu betreten. Mit dem neuen Evoque Cabrio setzen wir in dieser Hinsicht noch eins drauf. Es handelt sich abermals um ein Konzept, das man so erstmals im Markt findet."

Zur Offroad-Legende Land Rover Defender, dessen seit 1948 laufende Produktion im Dezember 2015 nach rund zwei Millionen Exemplaren endete, verrät Peter Modelhart: "Es wird auf alle Fälle einen neuen Defender geben, und der wird auf alle Fälle wieder der fähigste und robusteste Offroader in unserem Produktangebot sein." Eine Lücke zwischen beiden Generationen sei unvermeidlich, um die künftige Produktion optimal gestalten zu können. Zuletzt war der Defender im Werk Solihull entstanden. Somit wird der neue Defender ein Teil der weiteren Produktoffensive von Land Rover und Jaguar sein. Wachstum verpflichtet eben.

Ralf Schütze / mid

Der Artikel "Strategie Jaguar Land Rover: „Wir wollen noch weiter wachsen!“" wurde in der Rubrik AKTUELLES mit dem Keywords "wi/mid, Automobilproduktion, Messe, Prognose, Interview" von "Ralf Schütze" am 2. März 2016 veröffentlicht.

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