Carsharing-Anbieter im Test - Auf das Kleingedruckte achten

Ein Auto zu teilen, anstatt sich ein eigenes anzuschaffen, klingt für viele verlockend. Elf größere Anbieter hat die Stiftung Warentest jetzt untersucht.

Immer mehr Menschen wollen Carsharing. Die Zahl der Nutzer stieg nach Angaben des Bundesverbands Carsharing im vergangenen Jahr um mehr als 37 Prozent auf über eine Million. Mittlerweile sind die größeren Anbieter auf einem guten Qualitätsniveau angekommen, bescheinigt jetzt die Stiftung Warentest in einem aktuellen Test von elf Anbietern.

Die großen Unternehmen schnitten dabei am besten ab: Bei den stationsabhängigen Carsharing-Diensten lagen Flinkster (Note 1,7) und Cambio (2,0) vorn. Flinkster ist ein Angebot der Deutschen Bahn und in mehr als 200 Städten vertreten, Cambio in 19 Städten. Beim stationsabhängigen Carsharing stehen die Autos auf einem festen Parkplatz. Dort holt der Nutzer den Wagen ab und bringt ihn nach der Fahrt zurück. Eine Stunde Kleinwagen fahren kostet so etwa zwei bis fünf Euro, Benzin inklusive.

Die zweite Variante des Autoteilens ist wesentlich flexibler, aber auch deutlich teurer. Das so genannte Freefloating-Modell, bei dem die Autos irgendwo in der Stadt frei geparkt sind und nach der Nutzung auch auf einem beliebigen öffentlichen Parkplatz im Nutzungsgebiet wieder abgestellt werden dürfen, gibt es nur in großen Städten. Eine Stunde kostet etwa 15 bis 17 Euro, Benzin und Parkkosten inklusive. Die beiden größten Anbieter sind Car2go (von Autohersteller Daimler) und Drivenow (von BMW), die beide mit der Note 2,1 abschnitten. Mit Multicity - einem Carsharing-Dienst mit Elektroautos von Citroen in Berlin - ist aber auch ein kleiner Anbieter unter den Besten (Note 1,9) vertreten.

Finanziell lohnt sich Carsharing laut Stiftung Warentest für Menschen, die wenig fahren, bis etwa 5.000 Kilometer im Jahr. Die Tester bewerteten zum Beispiel die Verfügbarkeit von verschiedenen Fahrzeugtypen, den Fahrzeugzustand, die Vielfalt der Buchungswege oder die Abrechnung der Fahrtkosten.

Im Kleingedruckten der Verträge fanden die Experten immer wieder etwas zu bemängeln, so zum Beispiel, dass der Fahrer haftet, wenn er vergisst, bereits vorhandene Schäden bei Fahrtantritt einzutragen (z.B. bei Book-n-Drive, Cambio, Citee-Car, Drivenow, Greenwheels und Teilauto). Die Anbieter book-n-drive (2,4), Teilauto (2,8) und Citeecar (2,9) wurden aufgrund von unfreundlichen Bedingungen sogar abgewertet. Gut (2,2) schnitten neben den oben genannten Anbietern auch noch Stadtmobil, Greenwheels und Drive Carsharing ab.

Der Artikel "Carsharing-Anbieter im Test - Auf das Kleingedruckte achten" wurde in der Rubrik VERKEHR mit dem Keywords "Carsharing-Anbieter im Test" von "Hanne Lübbehüsen/SP-X" am 25. Juni 2015 veröffentlicht.

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