Straßenbau

Deutschlands marode Brücken: eine unendliche Geschichte

Die Brückensanierung wird zum Politikum. Bereits seit 20 Jahren steht das Thema auf der politischen Agenda. Dass hat das Fernsehmagazin Panorama jetzt enthüllt. Aber keinen kümmert´s. Wie kann das sein? Wer ist Zahlmeister?

Stellungnahmen von Verkehrministern der letzten 20 Jahre zu diesem Thema: Eher Fehlanzeige. Allein Reinhard Klimmert, Verkehrsminister von 1999 bis 2000, äußert sich. Laut Panorama war das Thema dem Minister wohl bekannt, aber vor allem der Autobahnausbau im Osten hatte damals Priorität. Für den Autofahrer, der täglich auf dem Weg zur Arbeit im Stau steht, ist dies keine befriedigende Antwort.

Vielleicht haben die Politiker ja auch gehofft, dass die Brücken 100 Jahre alt werden. Zumindest beim Bau der meisten Brücken zwischen 1960 und 1980 war das der Plan. Dann kam die Zunahme des Verkehrs und ihre Lebenserwartung sank rapide. Aber auch diese Tatsache ist peinlich. Denn schließlich ist Deutschland kein Entwicklungs-, sondern Exportland Nr.1.

Aber Milliarden von Steuergeldern für ineffiziente Baumaßnahmen zum Fenster rausschmeißen - darin haben Dobrindt & Co. seit Jahren Übung. Egal, ob Stuttgart 21, der neue Berliner Flughafen oder das Drohnen-Desaster. Jeder einzelne Fall ist ein Riesen-Skandal. Sanierung der Brücken und Straßen? Ja, aber bitte nur, wenn der Autofahrer selbst in die Tasche greift. Der aktuelle Masterplan des Verkehrsministers Alexander Dobrindt: die Pkw-Maut für Ausländer.

Für die Autofahrer ist das nicht nachvollziehbar. Denn tagtäglich vergeuden sie ihre kostbare Lebenszeit im Stau, da wichtige Verkehrsadern wegen Bauarbeiten lahmliegen. Die Gründe : Etwa die Sanierung oder der Abriss von Brücken.

Der Reifenhersteller Bridgestone nahm hingegen bereits im Jahr 2004 die aktuelle Situation zum Anlass, um das "schönste Schlagloch" zu küren. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.



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Der Artikel "Deutschlands marode Brücken: eine unendliche Geschichte" wurde in der Rubrik VERKEHR mit dem Keywords "Straßenbau, Kosten" von "Sarah Hall-Waldhauser (vm)" am 30. April 2014 veröffentlicht.

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