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Porsche Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo: Flotter Zweitonner

Jeder Porsche muss ein besonders sportliches Auto sein. Keine leichte Aufgabe, wenn es sich um ein 2,2 Tonnen schweres Luxusfahrzeug wie den Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo handelt.

7Porsche Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo: Flotter Zweitonner
mid Groß-Gerau - Mit dem Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo hat Porsche ein sportliches Luxus-Fahrzeug im Programm, das stattliche 2,2 Tonnen auf die Waage bringt. Porsche


Jeder Porsche muss ein besonders sportliches Auto sein. Keine leichte Aufgabe, wenn es sich um ein 2,2 Tonnen schweres Luxusfahrzeug wie den Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo handelt.

Als Sport Turismo kommt der Panamera ein wenig daher, als hätte man seinen SUV-Bruder Cayenne flachgeklopft, um ganz tief auf der Straße kauernd die sportlichen Vorzüge eines 911ers mit den praktischen Eigenschaften des Sport Utility Vehicles zu verbinden. Wobei diese Verknüpfung am Ende nicht die Summe der positiven Eigenschaften ist, sondern nur ein gelungener Kompromiss. Denn bei den gewaltigen Abmessungen der kombiartigen Karosserie und dem mit der Hybrid-Technik auf 2.190 Kilo angewachsenen Gewicht kann der Panamera zwar Lob dafür einstreichen, dass er unter den Luxuswagen konkurrenzlos sportlich ist, aber er kann in dieser Disziplin kein Sportcoupé übertrumpfen.

Obwohl der Panamera mit dem Generationswechsel in den Außendimensionen zugelegt hat, fehlen ihm innen die Zentimeter, um den Wettbewerbern beim Platzangebot den Rang abzulaufen. Die streben - vor allem mit ihren Langversionen - danach, dem Chef im Fond einen kommoden Arbeitsplatz einzurichten, während er sich chauffieren lässt. Porsche hingegen sieht die schönste Arbeit im chauffieren selbst.

Solange man seinen Panamera weitgehend in der Grundausstattung belässt, wie das beim Testwagen der Fall war, ist autonomes Fahren kein Thema. Gegen Aufpreis hingegen schon. Wer seinen Fahrstil der Technik überlassen will, legt auf den bereits hohen Grundpreis von 112.075 Euro noch einmal rund 4.300 Euro drauf. "InnoDrive" nutzt Navigationsdaten sowie Radarsensoren und Kamera, um die Fahrgeschwindigkeit an Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie an die Straßentopologie (Steigungen, Kurven) anzupassen. Viel mehr Spaß macht es natürlich, wenn man Herr des Geschehens bleibt. Wofür sonst sollte man sich einen Porsche kaufen? Sogar dieser Zweitonner lässt sich äußerst agil bewegen. Die elektrische Maschine sorgt beim Beschleunigen mit ihren 100 kW Leistung für einen enormen Boost, weil sie sofort 400 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stellt, während der 248 kW/330 PS starke Sechszylinder-Verbrennungsmotor noch daran arbeitet, sein maximales Drehmoment von 450 Newtonmeter bei 1.750 Umdrehungen zu erreichen. So ist der pfeilschnelle Hybrid in nur 4,6 Sekunden auf Tempo 100 und in nur 10,8 Sekunden auf 160 km/h. Erst wenn der Effekt des E-Motors bei höheren Drehzahlen abnimmt und selbst ein Porsche langsam dem Gegenwind Tribut zollen muss, nimmt die vehemente Tempoentwicklung langsam ab, um bei 275 km/h zu enden.

Es gibt noch einen weiteren positiven Effekt der Antriebstechnik: Mit vollgeladenem Akku ist der Panamera bis zu 40 Kilometer rein elektrisch unterwegs. Bei solchen Strecken könnte man sich also komplett aus dem Stromnetz versorgen. Sind allerdings weitere Entfernungen zurückzulegen, hat man keine Chance, den Normverbrauch von 2,6 Litern zu erreichen. Im Test wurden durchschnittlich 7,2 Liter aus dem 80-Liter-Tank gepumpt.

Die größte Versuchung, sich vom Leistungsangebot verführen zu lassen, ereilt den Panamera-Lenker auf der Landstraße. Dort zeigt die Kombi-Limousine, dass sie nicht nur flott aussieht, sondern auch flott fährt. Das fein abgestimmte Fahrwerk bietet eine enorme Spreizung an. Dank Luftfederung bietet die Sportlimousine eine konkurrenzlose Fahrdynamik auf der einen und einen überraschenden Komfort auf der anderen Seite. Daran, dass man nie das Gefühl hat, in einem so schweren Fahrzeug zu sitzen, hat natürlich auch die mitlenkende Hinterachse einen nicht unerheblichen Anteil.

Die unerschütterliche Spurtreue wiederum wird davon begünstigt, dass das Akku-Gewicht idealerweise unter dem Kofferraum liegt. Leider auf Kosten des Stauraums. Der beträgt 425 Liter. Aber ein Lastesel will der Panamera nicht einmal als Sport Turismo sein.

Dieter Schwab / mid

Technische Daten Porsche Cayenne E-Hybrid:

Fünftüriger, fünfsitziger Sport-Kombi, Antrieb: Allrad, Länge/Breite/Höhe/Radstand in mm: 5.049/1.937 (ohne Außenspiegel)/1.428/2.950, Leergewicht: 2.190 kg, Zuladung: 620 kg, Kraftstofftank: 80 l, Kofferraumvolumen: 425-1.295 l, Wendekreis: 11,4 m (mit Hinterachslenkung), Preis: ab 112.075 Euro.
Antrieb: V6-Biturbo-Ottomotor, Hubraum: 2.894 ccm, Elektromotor, Systemleistung: 340 kW/462 PS bei 5.250 - 6.500 U/min, max. Drehmoment: 450 Nm bei 1.750 - 5.000 U/min, Getriebe: Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 4,6 s, Höchstgeschwindigkeit: 275 km/h (elektrisch 140 km/h), Normverbrauch: 2,6 l auf 100 km, CO2-Ausstoß: 59 g/km, Schadstoffklasse: Euro 6, elektrische Reichweite (lt. Hersteller): 25 - 51 km.

Der Artikel "Porsche Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo: Flotter Zweitonner" wurde in der Rubrik NFZ & FUHRPARK mit dem Keywords "Auto, Sportwagen, Luxus, Hybrid-Fahrzeug, Test, Fahrbericht, Kombi, Praxistest" von "Dieter Schwab" am 2. Juli 2018 veröffentlicht.

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