Landmaschinen

Mit dem Herbst kommen die Traktoren

Im Spätsommer und Herbst fahren Landwirte die Ernte ein. Gerade auf Landstraßen sind deshalb jetzt viele Traktoren, Mähdrescher und andere Landmaschinen unterwegs. Der TÜV rät Autofahrern nun zu besonderer Vorsicht.

Mit dem Herbst kommen die Traktoren
mid Groß-Gerau - Ein idyllisches Bild: Doch eiligen Autofahrern tuckert ein Traktor zu langsam. Überholmanöver erfordern aber größte Vorsicht. NadinLisa / pixabay.com


Im Spätsommer und Herbst fahren Landwirte die Ernte ein. Gerade auf Landstraßen sind deshalb jetzt viele Traktoren, Mähdrescher und andere Landmaschinen unterwegs. Der TÜV rät Autofahrern nun zur Vorsicht. Um die Risiken eines Unfalls zu verringern, müssen Auto- und Motorradfahrer besonders auf die langsamen und sehr breiten Fahrzeuge achten.

"Verkehrsunfälle mit tonnenschweren Traktoren und Erntefahrzeugen bergen für andere Verkehrsteilnehmer ein hohes Risiko", sagt Frank Schneider, Mobilitätsexperte beim TÜV-Verband (VdTÜV). "Durch das sehr hohe Eigengewicht der Trecker, das lange Anhänger mit Zuladung noch erhöhen können, sind die Folgen bei Traktorunfällen häufig dramatisch."

Eine Kollision mit einem Traktor ist für Motorradfahrer besonders verheerend. Bei einem Frontalaufprall mit einer Geschwindigkeit von 70 km/h haben sie nur geringe Überlebenschancen. Der TÜV-Verband erklärt, worauf sich Verkehrsteilnehmer jetzt einstellen müssen und wie Traktorunfälle vermieden werden können.

Zunächst gilt: riskante Überholmanöver vermeiden. Selten fahren Traktoren schneller als 40 km/h und häufig staut sich der nachfolgende Verkehr hinter den schweren Maschinen. Dahinter folgende Verkehrsteilnehmer werden ungeduldig und kommen leicht in die Versuchung zu überholen. Auto- und Motorradfahrer sollten allerdings nur überholen, wenn sie sicher sein können, dass während des gesamten Vorgangs jede Gefährdung und Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist.

"Um einen Traktor mit Anhänger sicher zu überholen, benötigen Autofahrer eine Strecke von etwa 350 Metern und sollten die doppelte Strecke, also 700 Meter, überblicken können", erläutert Schneider. "Landstraßen sind oft schwer einsehbar, die Fahrbahnen sind durch säumende Bäume eng begrenzt und die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs kann leicht falsch eingeschätzt werden. Dadurch kann das Überholen auf Landstraßen schnell gefährlich werden." Überholwillige müssen damit rechnen, hinter einer Kurve oder Kuppe auf Gegenverkehr zu treffen. Wer Zweifel hat, ob das Überholmanöver sicher ist, sollte darauf verzichten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dann, wenn Traktoren und andere Maschinen abbiegen, ob an Kreuzungen oder in Feldwege. Schneider: "Ausreichender Sicherheitsabstand und ständige Bremsbereitschaft sind das A und O. Das gilt bei jeder Fahrzeugart, aber Traktoren und Erntefahrzeuge haben einen großen Kurvenradius und holen beim Abbiegen nach rechts auch links über die Fahrbahnmitte aus."

Eine weitere Gefahrenquelle in der Erntezeit sind Verschmutzungen. Wenn Traktoren die bewirtschafteten Felder verlassen, können Steine, Dreck und Erde auf die Straße gelangen. "An den Ein- und Ausfahrten zu bewirtschafteten Feldern kommt es häufig zu starken Verschmutzungen auf der Fahrbahn," sagt Schneider. "Bei Regen wird aus Erdklumpen und Staub dann rutschiger Matsch." Um auf dieser "Bauernglätte" nicht ins Schleudern zu geraten, sei angemessene Geschwindigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit angebracht.

Der Artikel "Mit dem Herbst kommen die Traktoren" wurde in der Rubrik VERKEHR mit dem Keywords "Landmaschinen, Landstraße, Verkehr, Sicherheit, Ratgeber" von "Lars Wallerang" am 31. August 2020 veröffentlicht.

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