Historie

Die mid-Zeitreise: Nissan Almera: Den gibt der Vater seiner Familie

Am 20. November 1995 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 40. Jahrgang über den Nissan Almera.

Die mid-Zeitreise: Nissan Almera: Den gibt der Vater seiner Familie
mid Groß-Gerau - Auf Sunny folgte Almera. Ab November 1995 stand der neue Kompakte von Nissan in drei Karosserievarianten und vorerst zwei Motorisierungen bei den Händlern. Archiv Motor-Informations-Dienst (mid)


Am 20. November 1995 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 40. Jahrgang über den Nissan Almera.

Auf Sunny folgt Almera. Ab sofort steht der neue Kompakte von Nissan in drei Karosserievarianten und vorerst zwei Motorisierungen bei den Händlern. Die bekannten Vierzylinder mit Vierventiltechnik leisten mit 1,4 Liter Hubraum 55 kW/75 PS und mit 1,6 Liter 66 kW/90 PS. Erst im Mai folgen der leistungsstärkere GTI und eine Diesel-Version. Die Preise für die zur Zeit verfügbaren Versionen reichen von 20.995 DM für den dreitürigen Almera LX bis zu 28.695 DM für den fünftürigen Almera SR. Neben diesen Fließheck-Versionen ist der neue Nissan auch als viertürige klassische Limousine zu haben.

Auf den ersten Blick wird so mancher Sunny-Fahrer vom Nachfolge-Modell enttäuscht sein. Die Karosserie zeigt zwar kaum Schwächen, sie bietet allerdings auch keinerlei optische Höhepunkte. Unverkennbar ist er jedoch ein Nissan, denn die Ähnlichkeit mit den ebenfalls eher unauffälligen Modellen Primera und Maxima QX ist augenfällig. Auch im Innenraum dominiert das triste Ambiente der Großserie. Ein perfektes, aber irgendwie auch lieblos gestaltetes Armaturenbrett, welches im Vergleich zum Sunny kaum Fortschritte in Richtung Moderne erkennen lässt. Dafür sind die Sitze ausgezeichnet und er Platz hinten zumindest befriedigend.

Die Grundausstattung LX hält schon alles wirklich Nötige und noch etwas darüber hinaus bereit. So sind die Außenspiegel elektrisch und die Lenksäule in der Höhe verstellbar. Eine Servolenkung gibt es allerdings in der Grundversion nicht. Zur Sicherheitsausstattung gehören neben dem inzwischen obligatorischen Flankenschutz in den Türen auch zwei Airbags. Ein Anti-Blockier-System ist in der LX-Ausstattung überhaupt nicht, in der S-, GX- und SLX-Version gegen 1.250 DM Aufpreis und in der sportbetonten SR-Ausstattung Serie. Völlig ausreichend auch das Kofferraumvolumen von 340 Litern im Drei- und Fünf- beziehungsweise 440 Litern im Viertürer.

Die beiden Benzinmotoren sind bereits bekannt. Der 1,4 Liter reicht als Motor für den Stadtverkehr aus. Darüber hinaus braucht er relativ hohe Drehzahlen, um auf Tempo zu kommen. Der 1,6 Liter mit 90 PS ist da schon eher für Stadt und Highway geeignet. Bissig im Anzug beschleunigt er bis auf 178 km/h Spitze und in 11,1 Sekunden von Null auf Hundert. Sein Hubraum schwächeres Pendant braucht dazu 12,8 Sekunden und bringt es auf 169 km/h Höchstgeschwindigkeit. Federung und Fahrwerk lassen für ein Fahrzeug dieser Klasse keine Wünsche offen.

Alles in allem präsentiert sich der Almera als ein grundsolides Auto ohne größere Schwächen - so, wie man es von Nissan im besten Sinne gewohnt ist. Allerdings vermittelt der neue Almera auf der anderen Seite auch keinerlei "Kick". Der biedere Innenraum und die unauffällige Karosserie könnten es dem Auto schwer machen, gegen die neue und teilweise peppigere Konkurrenz wie Fiat Bravo / Brava oder Renault Megane zu bestehen.

Wie schon der Sunny ist der Almera dagegen ganz bestimmt ein idealer Zweitwagen: sicher, komfortabel und vernünftig motorisiert. Den gibt der Vater gerne seiner Familie. Seit 1991 konnte der Sunny in Deutschland über 150.000 Käufer von seinen Qualitäten überzeugen. Der Nissan Almera soll im nächsten Jahr rund 30.500 mal verkauft werden.

Der Artikel "Die mid-Zeitreise: Nissan Almera: Den gibt der Vater seiner Familie" wurde in der Rubrik NEWS mit dem Keywords "Historie, Importeur, Automobil, Neuheit" von "Motor-Informations- Dienst (mid)" am 29. Mai 2020 veröffentlicht.

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