Automobilindustrie

Logistik 2.0: Vom autonomen Lkw bis zum intelligenten Gabelstapler

Politik und Wirtschaft wollen den Straßenverkehr nachhaltig gestalten. Die Umwelt-Debatte treibt das Thema 'alternative Antriebe' zusätzlich voran. Dieser Wandel vollzieht sich rasant. Doch in der mobilen Welt von morgen sind die schlauen Köpfe der Industrie längst einen Schritt weiter. Schon bald werden intelligente Systeme und autonome Fahrzeuge das Kommando in der Logistik übernommen haben.

4Logistik 2.0: Vom autonomen Lkw bis zum intelligenten Gabelstapler
mid Groß-Gerau - Hyundai testet unter realen Verkehrsbedingungen das autonome Fahren von Lkw. Hyundai


Politik und Wirtschaft wollen den Straßenverkehr nachhaltig gestalten. Die Umwelt-Debatte treibt das Thema "alternative Antriebe" zusätzlich voran. Dieser Wandel vollzieht sich rasant. Doch in der mobilen Welt von morgen sind die schlauen Köpfe der Industrie längst einen Schritt weiter. Schon bald werden intelligente Systeme und autonome Fahrzeuge das Kommando in der Logistik übernommen haben.

Aktuell stehen selbstfahrende Pkw im Rampenlicht. Das allerdings ist nur der Beginn. Auf speziellen Teststrecken und Autobahnabschnitten werden autonome Lkw bereits erprobt. Die Ergebnisse sind vielversprechend und geben einen faszinierenden Ausblick auf die Logistik 2.0. Diese wird unsere Arbeitswelt radikal verändern und in neue Bahnen lenken. Darin besteht schon jetzt Einigkeit.

Einen ganz besonderen Ansatz beim autonomen Lkw haben die Ingenieure von Hyundai gefunden. Der koreanische Hersteller hat auf einem heimatlichen Highway unter realen Verkehrsbedingungen das erste Platooning von Lastkraftwagen durchgeführt. Platooning? Was ist das, werden sich jetzt viele fragen. Darunter versteht man elektronisch vernetzte Fahrzeuge, die in geringem Abstand hintereinander fahren.

Folgende Funktionen wurden bei dem Test demonstriert: Fahrzeugzugang, Ein- und Ausschalten der Platooning-Funktion durch andere Fahrzeuge, gleichzeitige Notbremsung und die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationstechnologie V2V (Vehicle to Vehicle). Die Höchstgeschwindigkeit betrug aus Sicherheitsgründen 60 km/h.

"Wir sind zuversichtlich, dass unsere branchenweit führende Technologie für autonomes Fahren von Nutzfahrzeugen zu einem revolutionären Wandel in der Fracht- und Logistikbranche führen wird", sagt Jihan Ryu, Leiter der Commercial Vehicle Electronics Control Engineering Group von Hyundai Motor.

Und so funktioniert diese Technologie: Das Platooning-Manöver beginnt, wenn sich der Fahrer des nachfolgenden Lkw dem führenden Fahrzeug nähert und den Zugmodus aktiviert. Bei Aktivierung des Platooning-Modus behält der hintere Lastkraftwagen eine Distanz von 16,7 Metern bei, wobei die Feinabstimmung in Echtzeit auf der Beschleunigung und Verzögerung des führenden Fahrzeugs basiert.

Der Fahrer muss weder Gas geben noch bremsen, was die Ermüdung auf der Straße verringern und die Sicherheit erhöhen soll. Zudem ist im Platooning-Modus der automatische Spurhalteassistent aktiviert, weshalb der Fahrer des hinteren Fahrzeugs die Hände nicht am Lenkrad haben muss.

Die Platooning-Technologie berücksichtigt laut Hyundai auch Fahrzeuge, die zwischen den Lastwagen ein- und ausscheren. Wenn ein Fahrzeug beispielsweise in die Kolonne hineinfährt, vergrößert das folgende Fahrzeug den Abstand automatisch auf mindestens 25 Meter. Ziel von Hyundai ist es, den Abstand der im autonomen Platooning-Modus fahrenden Lkw noch weiter zu reduzieren.

Damit nicht genug. Die Automatisierung zieht auch in die Lagerhallen ein. Dort warten Roboter und autonome Gabelstapler auf die Lkw. Selbstfahrende Schlepper orientieren sich mit Hilfe eines optischen Sensors an einem Farbstreifen am Boden. Darüber hinaus speisen sie die Großrechner der jeweiligen Unternehmen mit allen erforderlichen Informationen. Da ist es schließlich keine Hexerei mehr, wenn autonome Schlepper von ebenso selbstständigen Gabelstaplern mit Paletten beladen werden und danach wie von Geisterhand gesteuert mit Anhängern ihre Last durch riesige Lagerhallen fahren.

Was versendet wird und wohin die Reise geht, lässt sich auf einem Tablet oder Smartphone ablesen. Von dort aus können die Geräte dann auch in Bewegung gesetzt werden. Die Zentrale weiß immer, wie hoch die Lagerbestände einzelner Güter sind. Zugleich steigt die Zuverlässigkeit, denn moderne Maschinen transportieren nicht nur selbstständig, sondern auch präzise.

Fazit: Was vor wenigen Jahren an Science-Fiction aus der Traumfabrik Hollywood erinnerte, ist in der Wirklichkeit angekommen. Die Frage ist längst nicht mehr, ob Logistik 2.0 kommt, sondern nur noch wann. Das kann bei dem rasanten Tempo sogar vor der magischen Marke 2030 der Fall sein.

Ralf Loweg / mid

Der Artikel "Logistik 2.0: Vom autonomen Lkw bis zum intelligenten Gabelstapler" wurde in der Rubrik NFZ & FUHRPARK mit dem Keywords "Automobilindustrie, Autonomes Fahren, Lkw, Transport, Logistik" von "Ralf Loweg" am 21. November 2019 veröffentlicht.

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