ADFC: ,,Zwei durch Lkw getötete Radfahrer am Tag sind zu viel"

ADFC: ,,Zwei durch Lkw getötete Radfahrer am Tag sind zu viel
Nicht nur gefährlich, sondern häufig auch tödlich: Zusammentreffen eines Radfahrers mit einem abbiegenden Lkw. Foto: Auto-Medienportal.Net/ADFC/Jens Lehmkühler

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schlägt Alarm. Die Zahl der durch Lastwagen getöteten Radfahrer steigt seit Jahren bedenklich an. Allein gestern wurden in München ein neunjähriges Mädchen und in Hamburg eine 32-jährige Frau von einem Lkw überrolt und getötet. Schlagzeilen machte auch ein tödlicher Unfall in Hannover, als vor drei Wochen ein elf Jahre alter Junge vor den Augen seiner Mutter und offensichtlch bei ,,Grün" von einem abbiegenden Lastwagen überrolt wurde. Laut ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork gab es in diesem Jahr bereits 15 durch Lkw getötete Radfahrer, im gesamten vergangenen Jahr waren es 38.


Der ADFC fordert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dringend auf, sofort bei der EU-Kommission für die verpflichtende Einführung von elektronischen Abbiegeassistenten in Lkw zu intervenieren - und eine Task Force ,,Prävention von Radunfällen durch abbiegende Lkw" ins Leben zu rufen. Dort sollten unter anderem die Nutzfahrzeughersteller, Speditionsverbände, die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), die Unfallforschung der Versicherer (UDV) und die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), vertreten sein. Neben technischen Lösungen an den Fahrzeugen müssten Infrastruktur und Ampelregelungen besser auf die Sicherheit von Radfahrenden abgestimmt werden, meint der Fahrradclub. So gibt es auch Forderungen danach, dass immer nur ein Verkehrsteilnehmer an einer Ampelkreuzung grünes Licht haben sollte.

Der ADFC hat schon 2012 beim Bundesverkehrsministerium einen ,,Runden Tisch Lkw-Abbiegeassistent" initiiert. Die Vorgängerregierung hat Anforderungen und Prüfverfahren entwickeln lassen und die Forderung nach verpflichtenden Abbiegeassistenten bei der EU und der zuständigen UN-Behörde (UNECE) eingebracht. Doch seitdem sei die politische Durchsetzung ins Stocken geraten, so der ADFC. Daimler habe seit knapp zwei Jahren ein entsprechendes System auf dem Markt, Mobileye bietet es auch zur Nachrüstung an. Selbst der Bundesverband Güterkraftverkehr fordere die Pflicht zum Einbau dieser Systeme. Trotzdem kämen Lkw-Abbiegeassistenten bisher aus Kostengründen freiwillig kaum zum Einsatz. Ein Großteil der schweren Lkw-Unfälle geht dabei nach Angaben des Clubs auf das Konto von Kommunalfahrzeugen. Stork: ,,Hier müssen die Kommunen aktiv werden - und ihre eigenen Flotten umrüsten. Der Bund soll mit einem Sofortprogramm die Nachrüstung anschieben."

Die neue ,,General Safety Regulation" wird von der EU-Kommission am 16. Mai vorgestellt. Fahrassistenzsysteme für Lastwagen sind bisher nicht vorgesehen. Laut Unfallforschung der Versicherer (UDV) könnten durch sie 60 Prozent der schweren Unfälle durch abbiegende LKW verhindert werden. (ampnet/jri)

Der Artikel "ADFC: ,,Zwei durch Lkw getötete Radfahrer am Tag sind zu viel"" wurde in der Rubrik VERKEHR mit dem Keywords "ADFC, Lkw, Radfahrer, Unfälle" von "ampnet" am 8. Mai 2018 veröffentlicht.

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