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Isuzu D-Max: Der schleppt was weg

Mit den Pick-ups geht es in Deutschland zügig aufwärts. Die werte Kundschaft erkennt zunehmend, was US-Amerikaner schon lange wissen und millionenfach nutzen: Dass nämlich die Geländekraxler mit der offenen Ladefläche ungemein praktisch sind, wenn es etwas unkompliziert auch mal über Stock und Stein von A nach B zu transportieren gilt. Zu den bewährten Kräften in der Heavy-Duty-Abteilung zählt seit Jahren der Isuzu D-Max, der vor kurzem eine Rundum-Auffrischung spendiert bekam.

8Isuzu D-Max: Der schleppt was weg
mid Groß-Gerau - Der schleppt was weg: Der Isuzu D-Max darf bis zu 3,5 Tonnen schwere Hänger an den Haken nehmen. Isuzu

Mit den Pick-ups geht es in Deutschland zügig aufwärts. Die werte Kundschaft erkennt zunehmend, was US-Amerikaner schon lange wissen und millionenfach nutzen: Dass nämlich die Geländekraxler mit der offenen Ladefläche ungemein praktisch sind, wenn es etwas unkompliziert auch mal über Stock und Stein von A nach B zu transportieren gilt. Zu den bewährten Kräften in der Heavy-Duty-Abteilung zählt seit Jahren der Isuzu D-Max, der vor kurzem eine Rundum-Auffrischung spendiert bekam.

Eines ist der D-Max ganz bestimmt nicht, das steht schon bei der ersten Kontaktaufnahme fest: Nämlich ein Freizeit-Untersatz, mit dem man auch mal abseits befestigter Wege ein bisschen Spaß haben kann. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Spaß kann man mit dem knorrigen Japaner natürlich schon haben, und zwar eine ganze Menge. Aber auf Profi-Niveau. Denn der D-Max ist bei allem Komfort und trotz aller modernen Technik in seinem Innenleben ein kerniger Bursche geblieben. Wo der nicht hinkommt, müssen auch die Mitbewerber passen. Dank Allradantrieb, Geländeuntersetzung und bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast ist der Pick-up ein echtes Arbeitstier mit knapp einer Tonne Nutzlast und im Fall des Testfahrzeugs mit Doppelkabine und Platz für bis zu fünf Passagiere. Damit kann man schon was anfangen, wenn es in Wald und Flur, im Tal und auf dem Berg zu tun gibt. Dank 70 Zentimeter Wattiefe und einer Bodenfreiheit von 23,5 Zentimeter darf's dabei auch mal ein bisschen unzivilisierter zugehen.

Klar: Mit dem Isuzu D-Max kann man auch mal in den Supermarkt zum Einkaufen fahren oder am Wochenende mit den lieben Kleinen in den Zoo. Aber das sind nicht unbedingt seine idealen Einsatzbereiche, denn das Teil ist wirklich ganz schön groß ausgefallen. 5,30 Meter in der Länge, 1,86 Meter in der Breite ohne Außenspiegel, 1,80 Meter in der Höhe: Dieses Format sprengt das Platzangebot im Großstadt-Parkhaus und im Einbahnstraßen-Gewirr. Der D-Max ist ein Kind der Wildnis, einer, der erst so richtig zeigt, was er kann, wenn es ein bisschen grob und schmutzig wird. Ein echtes Arbeitstier.

Dabei bietet er im Innenraum neben ordentlich Platz durchaus auch eine Art sachliche Gemütlichkeit. Die Bedienung ist vergleichsweise einfach, Schalter und Hebel scheinen für die Ewigkeit gemacht zu sein, wo genau der große Schlitten anfängt, lässt sich wegen der ellenlangen Überhänge nur durch vorsichtiges Herantasten herauskriegen. Und das praktische Hardtop ist der Rundumsicht nicht unbedingt zuträglich.

Der 1,9-Liter-Diesel, der im Testauto an eine Sechsgang-Automatik gekoppelt ist, liefert eine Leistung 120 kW/163 PS und maximal 360 Newtonmeter Drehmoment, im wichtigen Drehzahlbereich zwischen 1.800 und 3.200/min sind es mehr als 340 Newtonmeter. Das zeigt, dass guter Durchzug eindeutig vor rasanter Beschleunigung rangiert, der D-Max ist definitiv eher ein Gleiter als ein Racer. Den in diesem Fall eher irrelevanten 0-bis-100-Wert gibt Isuzu erst gar nicht an, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als ausreichenden 180 km/h. Man sollte es sowieso speziell auf kurvenreichen Strecken oder bei Nässe nicht zu flink angehen lassen - ein Pick-up ist nun mal kein D-Zug. Dass es bei höherem Tempo im Innenraum hörbar lauter wird, wirkt sich ebenfalls besänftigend auf den Gasfuß aus. Das hilft dann auch beim Verbrauchswert, der laut Norm bei 7,8 Liter liegt und sich in der Realität bei artgerechter Nutzung ohne grobe Transportaufgaben bei knapp unter elf Liter einpendelte.

Berganfahrassistent (HSA) und Bergabfahrhilfe (HDC), Projektorscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht oder Klimaanlage sind Standard im D-Max, der Testwagen in der feinsten Version Premium + hat beispielsweise neben der Klimaautomatik noch ein Radio-Navigationssystem mit USB-/iPod-Anschluss, Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit 7-Zoll-Display und eine Rückfahrkamera an Bord. So ganz das beinharte Arbeitstier ist der D-Max des Jahrgangs 2017 also nicht mehr. Auch wenn er deswegen nichts von seinen Fähigkeiten als Helfer für alle Fälle eingebüßt hat. Das grundsätzlich allradangetriebene Double Cab ist ab 30.050 Euro inklusive Mehrwertsteuer zu haben, die getestete Version Premium + mit Automatik kostet ab 38.450 Euro.

Rudolf Huber/mid

Technische Daten Isuzu D-Max Double Cab AWD
Fünfsitziger Pick-up, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 5,30/1,86/1,80/3,10, Leergewicht: 2.094 kg, Zuladung: 906 kg, Tankinhalt: 76 l, Ladefläche: 1,55 x 1,53 m, Böschungswinkel v./h.: 30/23 Grad, Rampenwinkel: 22 Grad, max. Kippwinkel: 49 Grad.
Antrieb: Reihenvierzylinder-Turbodiesel, Hubraum: 1.898 ccm, Leistung: 120 kW/163 PS bei3.6000/min, maximales Drehmoment: 360 Nm bei 2.000 bis 2.600/min, 0-100 km/h: k.A., Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h, 6-Gangautomatik mit Geländeuntersetzung, Allradantrieb, Normverbrauch: 7,0 l, CO2-Ausstoß:183 g/km, Testverbrauch: 10,7 l, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 38.450 Euro.

Der Artikel "Isuzu D-Max: Der schleppt was weg" wurde in der Rubrik NFZ & FUHRPARK mit dem Keywords "Auto, Lifestyle, Test, Fahrbericht, Pick-up, Allrad" von "Rudolf Huber" am 17. Mai 2017 veröffentlicht.

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