Verkehr

"Geister-Radler" müssen bei einem Unfall zahlen

Unter 'Geisterfahrern' stellen sich die meisten Menschen Autofahrer vor. Doch diese gefährliche Spezies ist auch unter Radlern recht weit verbreitet. Und das kann für den Radfahrer bei einem Unfall richtig teuer werden, wie ein Urteil des Oberlandesgerichts München zeigt.

mid Groß-Gerau - Ebensowenig wie Autofahrer dürfen auch Radler nicht entgegen der Fahrtrichtung fahren. www.pd-f.de / Frank-Stefan Kimmel


Unter "Geisterfahrern" stellen sich die meisten Menschen Autofahrer vor. Doch diese gefährliche Spezies ist auch unter Radlern recht weit verbreitet. Und das kann für den Radfahrer bei einem Unfall richtig teuer werden, wie ein Urteil des Oberlandesgerichts München (Az. 10 U 4616/15) zeigt.

Der Fahrradfahrer war laut dem Deutschen Anwaltverein (DAV) auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg entgegengesetzt zur Fahrtrichtung unterwegs. Bei der Einmündung einer Straße achtete er nicht auf die Autos, sondern fuhr über die Einmündung. Es kam zu einem Zusammenstoß mit einem Auto. Für den entstandenen Schaden muss der Radfahrer zu 75 Prozent haften, der Autofahrer zu 25 Prozent, entschieden die Richter.

Denn nach Auffassung des Gerichts hatte der Radler "ohne rechtfertigenden, entschuldigenden oder wenigstens nachvollziehbaren Grund den Geh- und Radweg entgegengesetzt zur Fahrtrichtung genutzt". Und beim Überqueren der Straße habe er zudem den fließenden Verkehr gefährdet, obwohl er wie ein Fußgänger warten und dem Fahrzeugverkehr den Vorrang hätte einräumen müssen.

Der Artikel ""Geister-Radler" müssen bei einem Unfall zahlen" wurde in der Rubrik VERKEHR mit dem Keywords "Verkehr, Radfahrer, Recht" von "Thomas Schneider" am 30. März 2017 veröffentlicht.

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