Größte Gefahr für Kinder ist das Auto der Eltern
Unterschätzt: Mehr als die Hälfte aller unter Sechsjährigen kommen im elterlichen Fahrzeug zu Schaden. Foto: ADAC/Auto-Reporter.NET
2012-06-19 Wenn von verletzten Kindern im Straßenverkehr die Rede ist, denken die meisten Menschen an Kinder, die blindlings einem Ball hinterherlaufen und auf der Straße von einem Auto erfasst werden. Tatsächlich würden aber die meisten Kinder im Auto ihrer Eltern verletzt, wie der ADAC berichtet. Im vergangenen Jahr waren dies 57 Prozent aller Unfallopfer im Straßenverkehr unter sechs Jahren. In absoluten Zahlen:10.340. Tendenz steigend. Ungesicherte Kinder haben ein siebenfach höheres Risiko, schwer verletzt oder getötet zu werden als gesicherte Kinder. Angesichts der erschreckenden Zahlen spricht sich der Automobilklub für verstärkte Kontrollen vor den Kindergärten und Schulen aus. Mit seinem Partner Volkswagen bietet der Klub außerdem kostenlose Informationsveranstaltungen ,,Sicher im Auto" an, bei denen alles vermittelt wird, was man über Kindersicherheit im Auto wissen muss. Tipps dazu gibt es unter www.sicher-im-auto.com.Im Herbst des letzten Jahres führte der Automobilklub eine repräsentative Stichprobe vor Schulen und Kindergärten durch, bei der die Sicherung von Kindern überprüft wurde. Erschreckendes Fazit damals: Viele Eltern unterschätzen die Verletzungsrisiken, kennen kaum Vorschriften und bedienen die Kinderrückhaltesysteme nicht richtig. Rund 30 Prozent der Kinder waren nicht vorschriftsmäßig gesichert, knapp fünf Prozent waren gar nicht angegurtet. Selbst bei richtig gewähltem Kindersitz wurden die Kinder häufig falsch gesichert und damit die Schutzwirkung des Sitzes aufgehoben. - Den Tages der Verkehrssicherheit nutzte der Klub, alle Eltern dazu aufzurufen, die Vorschriften bei der Kindersicherung gewissenhaft zu beachten.Der ADAC appelliert daher an alle, die Kinder im Auto befördern, diese immer, auch bei kurzen Fahrten, richtig zu sichern. Dazu gehört es, einen altersgerechten Sitz zu wählen, ihn richtig einzubauen und den Gurt korrekt anzulegen. Schon eine Vollbremsung kann bei falsch gesicherten Kindern zu schwersten Verletzungen führen. Bei einem Crash mit nur 50 km/h entspricht die Aufprallwucht für ein 20 kg schweres Kind einem Sturz aus der 4. Etage eines Wohnhauses auf eine Betonplatte. (Auto-Reporter.NET/sr)
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